Umschuldung
Wer mehrere Kredite bei verschiedenen Banken zu bedienen hat, läuft schnell Gefahr, den Überblick über die Finanzen zu verlieren und damit in die Überschuldung zu geraten. Um dieses Szenario zu vermeiden, ist eine Umschuldung sinnvoll. Dafür wird ein neuer Kredit aufgenommen, um den alten Kredit abzulösen. Alle laufenden Verbindlichkeiten werden so zu einer günstigeren Kreditrate zusammengefasst. Ob Ratenkredit bzw. Sofortkredit, Hypothekenkredit oder Dispokredit – die Anwendungsbereiche für eine Umschuldung sind sehr vielfältig. Vor allem der Umstieg vom teuren Dispokredit zum günstigen Ratenkredit bietet die Möglichkeit, Zinsen zu sparen und in kurzer Zeit von den Schulden herunterzukommen.
Bevor der Schritt der Umschuldung überhaupt gegangen wird, sollte vorher durchgerechnet werden, ob diese auch wirklich günstiger ist. Dafür ist eine Übersicht über alle Verbindlichkeiten bei allen Banken mit der Summe der monatlichen Ratenzahlungen sinnvoll und hilfreich.
Eine Beispielrechnung soll das Prinzip der Umschuldung deutlich machen: Eine Kunde nimmt einen Ratenkredit in Höhe von 22.000 Euro über eine fünfjährige Laufzeit auf und zahlt effektiv 12,58 Prozent Zinsen p.a., monatlich 488,40 Euro. Würde der Kreditnehmer diesen Kredit nach zwei Jahren kündigen und über die restlichen 15.000 Euro einen Kredit für 7 Prozent effektiv bei einem neuen Kreditinstitut aufnehmen, müsste er monatlich nur noch 461,68 Euro zahlen und kann er sich am Ende über eine Ersparnis von 962,00 Euro freuen. Wie hoch die Zinsen aktueller Kreditangebote sind, zeigt interessierten Lesern unser Kreditrechner.
Wer sich für einen neuen Kredit zur Ablösung der bisherigen Verbindlichkeiten entscheidet, muss die Kündigungsfristen beachten. Beim Ratenkredit ist schon sechs Monate nach der Auszahlung eine Kündigung mit einer Frist von drei Monaten möglich. Allerdings gehen dabei die Bearbeitungsgebühren, die in der Regel zwischen 2 und 3 Prozent liegen, verloren. Bei Immobilienfinanzierungen ist das noch ein wenig schwieriger. Denn diese laufen mindestens bis zum Ende der Zinsfestschreibung. Wer die Finanzierung jedoch früher beenden möchte, um von günstigeren Zinsen eines anderen Angebotes zu profitieren, muss eine nicht ganz unerhebliche Vorfälligkeitsentschädigung in Kauf nehmen. Deshalb ist eine Umschuldung bei Baufinanzierungen nur bei einer geringen Vorfälligkeitsentschädigung interessant. Generell sollte bei einer Umschuldung darauf geachtet werden, dass die neuen Kreditraten auch an die persönlichen Einkommensverhältnisse angepasst sind.
